Krokodilstation Golzow

Geschichte der Krokodilstation Golzow

Die Geschichte der Krokodilstation begann nicht mit den Krokodilen, sondern mit der Begeisterung für besondere Pflanzen und Tiere. Aus einem privaten Hobby entwickelte sich im Laufe der Jahre eine Station, die heute Besuchern die faszinierende Welt der Krokodile, Kaimane und anderer Reptilien näherbringt.

1980 – Die ersten tropischen Pflanzen

Das Interesse an besonderen Pflanzen und Tieren war bei mir bereits seit frühester Jugend vorhanden.

Im Jahr 1980 begann ich damit, tropische Pflanzen, darunter Palmen, aus Samen zu ziehen. Im Laufe der Jahre entwickelten sich daraus stattliche Pflanzen, die heute einen wichtigen Teil der Anlage bilden.

1986 – Das erste Gewächshaus

An die vorhandenen Garagen wurde ein 50 m² großes Gewächshaus aus Stahl und Glas angebaut. Zu dieser Zeit diente es zunächst noch als Treibhaus für Gemüse.

1987 – Das erste Krokodil

Der Überlegung, Krokodile anzuschaffen, ging ein intensives Studium ihrer Biologie sowie der Klima-, Futter- und Haltungsbedingungen voraus.

Ich wollte Tiere halten, die etwas Besonderes sind und die nicht jeder besitzt. Gleichzeitig sollten sie robust sein und längere Zeit ohne Futter auskommen können, ohne Schaden zu nehmen. Nach diesen Überlegungen kamen eigentlich nur Schlangen oder Krokodile infrage. Da Schlangen für meine Frau allerdings ein möglicher Scheidungsgrund gewesen wären, blieben nur die Krokodile.

Nach intensiver Suche nach einem geeigneten und bezahlbaren Tier stieß ich schließlich auf einen Bekannten aus dem Ort, der bereits seit vielen Jahren einen Brillenkaiman hielt.

Mit seiner Hilfe konnte ich 1987 meinen ersten Brillenkaiman (Caiman yacare) erwerben. Das Tier war 1,26 m lang und wurde zu einem Freundschaftspreis übernommen.

Im Winter lebte der Kaiman in einem Terrarium im Keller mit einer Größe von 1,30 × 3,00 m. Im Sommer konnte er in die Freianlage im Hof umziehen.

1992 – Das Schwimmbecken

Ein 50 m² großes Gewächshaus wurde weiter genutzt. Im Jahr 1992 wurde ein großes Wasserbecken als Schwimmbad für die Kinder eingebaut.

Damit war die Zeit der Gemüseproduktion im Gewächshaus endgültig vorbei.

1994 – Zwei weitere Kaimane

1994 kamen zwei weitere Kaimane (Caiman crocodilus crocodilus) hinzu. Die Tiere waren etwa 56 cm lang.

Im Sommer konnten sie im großen Gewächshaus untergebracht werden, bevor sie im Herbst wieder in das Kellerterrarium umzogen.

1996 – Tiere aus behördlicher Übernahme

1996 übernahm ich zwei kleine Kaimane vom Frankfurter Zoll.

Auch sie verbrachten den Sommer im Gewächshaus. Das Hobby nahm damit langsam, aber sicher immer größere Ausmaße an.

1997 – Gründung der AG Krokodile

Mit der Gründung der Arbeitsgemeinschaft (AG) Krokodile in Düsseldorf erhielt ich weitere wichtige Impulse für den Ausbau der Station.

Ich war viele Jahre Mitglied des Vorstands und konnte dadurch zahlreiche Erfahrungen im Umgang mit Krokodilen sammeln und Kontakte zu anderen Haltern und Fachleuten knüpfen.

1999 – Ausbau des Gewächshauses

Das große Gewächshaus erhielt eine Gasheizung. Dadurch konnten die Tiere ganzjährig dort untergebracht werden und mussten nicht mehr ständig zwischen Sommer- und Winterquartier umziehen.

Das Innere des Gewächshauses wurde durch Gitter in drei Bereiche unterteilt. Dadurch entstand zusätzlicher Platz für weitere Tiere.

Im Sommer 1999 kam das erste Weibchen hinzu. Damit konnte ein Zuchtpaar zusammengestellt werden.

Gleichzeitig wuchs das Interesse innerhalb der Familie sowie bei Freunden und Bekannten. Immer mehr Menschen wollten die Tiere kennenlernen und sich selbst ein Bild von der Haltung machen.

2001 – Die Krokodilstation wird öffentlich

Im Jahr 2001 wurde aus meinem privaten Hobby die Krokodilstation Golzow, die nun auch für die Öffentlichkeit zugänglich war.

Im Herbst kam ein weiteres Weibchen hinzu. Das Tier konnte damit aus einer jahrelangen, nicht artgerechten Haltung befreit werden.

Der 1,47 m lange und stark übergewichtige Kaiman war zuvor in einem nur 0,90 × 1,50 m großen Terrarium in einem Wohnzimmer gehalten worden.

Solche Haltungsbedingungen zeigen, wie wichtig Aufklärung und ein verantwortungsvoller Umgang mit diesen Tieren sind.

2002 – Der Wintergarten entsteht

Im Herbst 2002 begann der Bau eines rund 60 m² großen Wintergartens an der Westseite des Wohnhauses.

Das bis dahin etwa 10 m² große Gewächshaus wurde in den neuen Wintergarten integriert. Die Bauarbeiten wurden 2003 abgeschlossen.

Das zuvor eher schlicht eingerichtete Terrarium für meinen Caiman yacare wurde zu einer dicht bepflanzten, tropischen Anlage umgestaltet.

Durch den Umbau entstand nicht nur mehr Platz für die Tiere. Auch die Verbindung zwischen Familie, Wohnbereich und Tierhaltung wurde wieder enger.

2007 – Sturm Kyrill zerstört das Sommerquartier

Ein etwa 30 m² großes Sommerquartier bot den halbwüchsigen Tieren zusätzlichen Lebensraum.

Im Januar 2007 wurde die Anlage jedoch durch den Sturm Kyrill vollständig zerstört. Bis heute sind davon lediglich die Fundamente erhalten.

Seitdem wurde an einer Erweiterung der Station gearbeitet. Geplant war eine Vergrößerung um rund 110 m².

2008 – Die ersten Jungtiere

Die Planungen für den Erweiterungsbau wurden weiter vorangetrieben.

Außerdem gab es unerwartet das erste befruchtete Gelege. Daraus schlüpften sieben Jungtiere.

2009 – Umbau des Besuchergangs

Der Besuchergang im großen Gewächshaus wurde umgestaltet.

Fenster und Türen wurden neu angeordnet. Dadurch konnte sowohl die Optik als auch die Sicherheit für Besucher verbessert werden.

2010 – Weitere Planungen und ein Rückschlag bei der Zucht

Die Planungen für die Erweiterung der Station wurden weitergeführt. Die Anlage sollte um rund 110 m² vergrößert werden.

Beim Zuchtpaar gab es ein Gelege mit 24 befruchteten Eiern. Leider starben alle Jungtiere etwa eine Woche vor dem erwarteten Schlupf ab.

2012 – Nachwuchs und großer Umbau

Im Januar 2012 schlüpften zwölf junge Brillenkaimane. Sechs davon entwickelten sich selbstständig.

Ab Juli begann auf dem Gelände der Krokodilstation ein umfangreicher Umbau. Der bisherige Aufenthaltsbereich für die Besucher wurde abgerissen und durch einen neuen Bau ersetzt.

Zunächst wurden vorbereitende Arbeiten durchgeführt. Dazu gehörten unter anderem der Abriss des Schleppdachs und der vorhandenen Fundamente.

Am 7. November 2012 legte das Zuchtweibchen erneut 23 Eier. Diese wurden am 12. November in einen Inkubator überführt.

2018 – Der große Erweiterungsbau

2018 wurden die konkreten Planungen für den Neubau bzw. die Erweiterung der Krokodilstation weiter vorangetrieben.

Geplant war ein rund 110 m² großer Anbau, dessen Umsetzung im folgenden Jahr erfolgen sollte.

Das Vorhaben wurde im Rahmen des Entwicklungsprogramms für den ländlichen Raum in Brandenburg und Berlin für die Förderperiode 2014 bis 2020 – Maßnahme M19 (Unterstützung für lokale Entwicklung – LEADER) – gefördert.

Die Finanzierung setzte sich aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und Landesmitteln zusammen.

Mit der Erweiterung sollte den Tieren wieder mehr Terrarienfläche zur Verfügung stehen. Außerdem war geplant, die bisher hinter den Kulissen gehaltenen Zuchtpaare in den Schaubereich zu integrieren.

Nach vielen Jahren der Planung war es endlich soweit.

2019-2021 – Die neue Anlage

Zwischen 2019 und 2021 wurde der rund 110 m² große Anbau realisiert.

Anschließend konnten die großen Tiere in ihre neue Anlage umziehen. Zwei Paare des Caiman crocodilus wurden mit Unterstützung von Freunden in den neuen Bereich umgesetzt.

Durch den Erweiterungsbau steht heute sowohl den Tieren als auch den Besuchern deutlich mehr Platz zur Verfügung. Auch die großen tropischen Pflanzen haben dadurch mehr Raum bekommen.

Die Erweiterung der Krokodilstation wurde durch die Europäische Union (ELER) und das Land Brandenburg gefördert.

Damit wurde ein wichtiger Schritt in der Entwicklung der Krokodilstation Golzow verwirklicht.